Theologie in 3D

U23D heißt er, der aktuelle Konzertfilm von U2. Gesehen habe ich ihn noch nicht – Was sich allerdings bald ändern wird! – aber eben las ich einen Artikel bei theooze.com, den ich sehr interessant finde: The Concise Theology of U23D von Darrell Hugueley, Jr. Der Autor beschreibt darin seine Begeisterung für diesen Film und die Theologie, die darin vermittelt wird. Zwei markante Aussagen aus dem Artikel:

„I have argued with some friends afterwards (I saw the film twice) that the song playlist is an outline for a mobilizing theology for Christians. It is a call to action and involvement and compassion, as well as a treatise for effectively and actively engaging the world around us in a winsome and meaningful way, and also one of the best sermons I have ever wanted to dance to.“

„While there are those who would disagree, the theater I was in became a sanctuary, and I worshiped God in this quirky temple with my funny-looking glasses and my bucket of popcorn. I have heard hardly a better sermon and certainly not been brought to the Throne through contemplation and song any better than going to see this film. Amen and amen again.“

Ich stimme der Meinung des Autors über die theologischen Aussagen der genannten U2-Songs nicht unbedingt immer zu. Aber den Ansatz, mal in dieser Art an ein Konzert ranzugehen, finde ich klasse!

Nektarios, Jonathan, Thomas & Co.

Meist läuft es doch so:
Irgendjemand erfährt, dass XY, der bei „Deutschland sucht den Superstar“ – oder einer ähnlich fürchterlichen Show 😉 – mitmacht, angeblich Christ ist. Dann stürzen sich die evangelikalen Medien auf das Gerücht. Sie versuchen, möglichst viel über die geistliche Temperatur der besagten Person zu erfahren. Ist der wirklich Christ? Einer von uns also?! Hat derjenige die Prüfung bestanden, wird er ratzfatz vor den Karren der christlichen Subkultur gespannt.

Ehrlich gesagt: Mich nervt das. Sicher – wir sollen die Gesellschaft, in der wir leben, entscheidend mitprägen. Salz und Licht und so. Deshalb ist es grundsätzlich mehr als wünschenswert, wenn Christen überall mitmischen. Aber dass darum (in der frommen Szene) oft gleich so ein Hype enstehen muss, ist mir zuwider. Brauchen wir christliche Promis, um uns besser zu fühlen? Und: Wer bin ich denn eigentlich, dass ich einem Promi, den ich kein bißchen kenne, bescheinigen könnte, ob er Christ ist oder nicht? Auf die Mehrheit der Zuschauer wirken solche „Quotenchristen“ außerdem eher seltsam bis peinlich.

Mir wäre lieb, wenn Christen durch Kreativität, Originalität und Ideenreichtum, durch gutes Handwerk und Ausschöpfung ihres gottgegebenen Talents – z.B. in Musik, Kunst und Literatur – von sich reden machen würden. Und eben nicht dadurch, dass sie von den christlichen Medien gepusht werden – bloß, weil sie Christen sind. Ich glaube, dadurch würden wir viel mehr Respekt von der sogenannten „säkularen Szene“ bekommen.

Fundstück: Darum geht's!

„If our art isn’t relevant to the entirety of our experience, the fullness of our lives—good, bad, scared, profane—then it cannot be relevant to the people around us. It will not be relevant to our culture. We need this art, need it desperately.

In expressing our creativity, this piece of us that is also a piece of the character of God, we share in His nature. And that can only draw us closer to the One in whom our hope remains.“

(Dawn Xiana Moon, relevantmagazine.com)

Comics

Auch das ist Kultur: Die Comics bei ASBO Jesus. Die Abkürzung steht für „anti-social disbehaviour order“. Inwieweit da ein Zusammenhang mit Jesus gegeben ist, wäre mal eine interessante Frage… Hat Jesus sich anti-sozial verhalten? Vielleicht kann man aber auch einfach sagen: Jesus hat sich nicht den religiösen und staatlichen Führern seiner Zeit gebeugt, sondern war eher ein Querulant. Wie auch immer – ein Blick auf die Seite lohnt sich jedenfalls, weil da biblische Gedanken kurz, knapp und griffig dargestellt und in die moderne Zeit übertragen werden.

U2 im Gottesdienst

u2.jpgSchon vor längerer Zeit las ich einen Artikel darüber, dass eine Kirchengemeinde in England einen Gottesdienst mit der Musik von U2 gestaltet hat.

Wie finde ich denn das? Eigentlich total klasse – die Musik von U2 begleitet mich schließlich schon seit über 20 Jahren. Aber irgendwie auch komisch – U2 im Gottesdienst?! Macht sowas hierzulande auch jemand?

"Imagine. A vision for Christians in the arts"

turner_imagine_engl.jpgEin Buch von Steve Turner, das mir aus der Seele spricht! (Gibt’s übrigens auch auf Deutsch: „Imagine. Christen in Kunst, Musik und Medien.“) Ich bin immer froh, wenn jemand (also in diesem Fall Herr Turner), Andere dazu herausfordert, mutig eigene Wege zu gehen und sich gegen den Mainstream zu stellen…

Über seine Zeit in L’Abri (einer von Francis Schaeffer gegründeten Gemeinschaft in der Schweiz) schreibt Turner zum Beispiel:

“Evangelikale Christen benutzten traditionell die Erlösung als Ausgangspunkt für alles andere: War der Künstler wiedergeboren? Wurde die Wiedergeburt im Singen, Schreiben oder Malen des Künstlers thematisiert?

Für Schaeffer war der Ausgangspunkt die Schöpfung. Jeder ist im Bild Gottes geschaffen. Menschen mit künstlerischen Gaben konnten gar nicht anders, als auf irgendeine Weise dieses ursprüngliche Bild widerzuspiegeln.

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