Gastbeitrag: "Ich will Deine Vergebung nicht!"

Neulich stieß ich auf einen Vampir-Film mit einem interessanten inhaltlichen Verlauf:

Der Ober-Vampir sollte die Absolution – also die Vergebung seiner Sünden – bekommen, um seine Seele zu retten und gleichzeitig andere vor ihm zu schützen. Der Vampir-Jäger, ein Priester, sagt: „Deine Seele wird Gott bekommen. Ich vergebe Dir Deine Sünden!“ Doch der Vampir antwortet: „Ich will Deine Vergebung nicht!“

Sehr menschlich reagiert: Lieber den Fluch in Kauf nehmen, statt erlöst zu werden; lieber alte Verhaltensmuster, statt sich zu ändern. Ich dachte daran, dass Viele die Vergebung von Jesus in den Wind schlagen…

Martin Mandt

The Velvet Underground: "Jesus"

Kann sein, dass der Text kein bisschen ernst gemeint ist. Kann sein, dass er total ironisch ist. Kann sein, dass er sich eigentlich auf Kokain bezieht, wie manche Leute behaupten.

Fest steht für mich: „Jesus“ von The Velvet Underground aus dem Jahr 1969 ist ein nettes kleines Lied mit einem schönen kleinen Text! Und zwar:

Jesus, Jesus, help me find my proper place;
Jesus, Jesus help me find my proper place;
Help me in my weakness ‚cos Im falling out of grace;
Jesus, Jesus

Ohrwurm des Tages: "Personal Jesus"

Mein persönlicher Ohrwurm des Tages: „Personal Jesus“ in der sehr genialen Version von Johnny Cash, die man natürlich auch bei youtube anhören bzw. ansehen kann. Eigentlich mochte ich das Lied überhaupt nicht, als Depeche Mode es in den 80ern (?) rausgebracht haben, aber die Version von Cash hat echt was…

Hier noch der Text dazu: Ohrwurm des Tages: "Personal Jesus" weiterlesen

Mr. Bell und meine Lieblingsband

„Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal tiefe Ehrfurcht vor Gott empfand. Ich war zum ersten Mal im Leben gefangen von etwas, das so gewaltig und liebevoll war, so transzendent und so… wahr. Etwas, von dem ich sicher war, dass es vertrauenswürdig war. Speziell erinnere ich mich, dass ich dachte, das Universum sei sicher, trotz all der schrecklichen tragischen Ereignisse auf der Welt. Ich erinnere mich, dass ich von dem Wort wahr überwältigt war. Unter dieser Überschrift ist das ganze Leben irgendwie… gut… und ich war sechzehn und bei einem U2-Konzert. Die Joshua-Tree-Tournee. Als sie mit dem Lied „Where the streets have no name“ anfingen, dachte ich, ich müsste vor Glück auf der Stelle zerspringen. Das war echt. Darum ging es. Was immer es war, ich wollte mehr davon. So etwas hatte ich noch nie zuvor empfunden.“ (Rob Bell: Jesus unplugged. (Seite 67))

Ich weiß: Auf Dauer könnte es nerven, wenn ich immer wieder von U2 anfange… 😉 Aber dieses Mal ist Rob Bell dafür verantwortlich! Auf das o.g. Zitat bin ich eher durch Zufall gestoßen, als ich in „Jesus unplugged“ blätterte. Mich fasziniert, was er schreibt, weil es genau das beschreibt, was ich manchmal empfinde – bei „Where the streets have no name“ ganz sicher, aber auch – wenn auch in abgeschwächter Form – z.B. wenn ich am Meer bin. Oder wenn ich ein besonders gelungenes Stück Literatur lese. Wenn mich ein Film fasziniert. Oder manchmal sogar, wenn ich meine (meist etwas griesgrämige) Katze Prima beobachte… 😉

Fundstückchen: Herausforderung für die Kirche

Also in etwa: Die schwierigste oder größte Herausforderung für die Kirche besteht darin, sich mit der Welt außerhalb ihrer Pforten einzulassen. (Quelle: The Gospel & Culture Project)
Stimmt das? Oder stimmt das nicht? Soziales Engagement ist ja im Lauf der Geschichte oft von „der Kirche“ ausgegangen. Andererseits: Was Kultur angeht, sieht es schon eher mau aus… Oder?

Aktuelle Lektüre: "Zeitgeist"

„Zeitgeist. Kultur und Evangelium in der Postmoderne“ von den Herausgebern Tobias Faix und Thomas Weißenborn ist ein Buch, in dem ich in letzter Zeit immer mal wieder lese. Mal ein kurzes Zitat von Faix aus dem Beitrag: „Die Verwurzelung der Gemeinde in der Kultur“ (S. 39):

„[…] Deutschland erlebt die postmoderne Veränderung, aber die Gemeinden und Kirchen sind tief verwurzelt in ihrer Tradition und in ihrer Kultur der bürgerlichen Mitte und des rechten Konservatismus. So jammern die Christen sehr gerne über den aktuellen Werteverfall und beklagen die neue Schnellebigkeit des Lebens. Alles wird schwieriger, wenn nicht sogar schlechter. Ein Zeichen der Endzeit? Statt sich den kulturellen Entwicklungen zu stellen und darin das Reden Gottes zu suchen, lamentieren wir Christen in Deutschland über die Konfessionsgrenzen hinweg. Dabei hat Gott immer in die Kultur und die aktuelle Gesellschaft geredet. […]“

Mir macht das Mut! Endlich mal jemand, der nicht auch noch den Werteverfall beklagt und alles pechschwarz sieht…