GT-Magazin

Kleiner Hinweis auf ein Magazin des Francke-Verlags mit dem Schwerpunkt „Gesellschaftstransformation“. Es beinhaltet je einen Artikel über ein Praxisprojekt und eine Forschungsarbeit des gleichnamigen Studienprogramms, ein Interview mit Johannes Reimer zum Thema „Multikultureller Gemeindebau“, einen Auszug aus einem Vortrag von René Padilla, Buchauszüge, Buchrezis, etc.

Die Printversion davon gibt’s übrigens beim 5. Marburger Studientag Gesellschafstransformation am kommenden Samstag. 😉

Christen, die ergebenen Bewunderer der Popkultur

„Mit einer Geschwindigkeit, die sonst nur vom chinesischen Schwarzmarkt erreicht wird, produzieren christliche Verkäufer praktisch über Nacht von jedem säkularen Phänomen eine eigene Variante. Egal, ob es sich um ein neues Musikgenre, ein Diätprogramm oder einen Modetrend handelt, spätestens zu Weihnachten findet sich eine entsprechende Jesus-Version im christlichen Laden um die Ecke. Wenn Nachahmung die höchste Form der Schmeichelei ist, dann sind Christen die ergebensten Bewunderer der Popkultur.“

(Skye Jethani: The Divine Commodity. Discovering a Faith beyond Consumer Christianity.)

Nina Hagen: Bekenntnisse

Kürzlich hab‘ ich endlich „Bekenntnisse“ von Nina Hagen gelesen. (Lag hier ja nun wirklich schon lange genug ‚rum…)

In weiten Teilen strunzfromm! Könnte unsereins sich glatt ’ne Scheibe von abschneiden. Komme trotzdem nicht klar mit der Art, wie sie sich in der Öffentlichkeit gibt. Ist das so ähnlich wie bei Alice Cooper, der ja sagt, seine Shows seien eben nur Entertainment?

Oder bin ich vielleicht einfach zu spießig und engstirnig, um in einem durchgeknallten Punk (Sorry, Nina!) (etwas von) Gott zu sehen?

Künstler gesucht!

inno2012 – Innovationsforum für die Kirche von morgen“ ist genau das – ein Forum für innovative Christen, christliche Projekte und Querdenker in Gemeinden und Landeskirchen. Und weil’s so innovativ ist, werden Künstler gesucht! Wer malt, fotografiert, dichtet oder sonstwie gestaltet (alles außer „Krach“) ist herzlich eingeladen, sich für die Kulturmeile anzumelden. Weitere Infos siehe Brief von Tobias Faix.

inno 2012“ findet am 24. und 25. Januar 2012 in Stuttgart statt.

Schmerz und Trauer und Schönheit zusammenbringen

Habe in letzter Zeit an der Überarbeitung eines Vortrags von N.T. Wright gesessen und dabei folgende Gedanken gefunden, die mir sehr aus der Seele sprechen:

Wir brauchen eine biblische Theologie der Kunst und der Kultur. Diese fängt bei der Tatsache an, dass Gott in dieser Schöpfung wohnt. Wenn wir die Welt anschauen, wissen wir im Grunde unseres Herzens, dass es mehr gibt als das, was wir sehen und berühren können. Es gibt noch etwas Geheimnisvolles, Besonderes, das wir schwer in Worte fassen können. Und es war immer der Auftrag der Menschheit, die Schönheit der Welt zu feiern und sie durch ihre Kunst zu vergrößern.

Aber mit der Schönheit ist es wie mit der Gerechtigkeit – die Menschen bekommen es nicht hin. Unsere Kultur und unsere Ästhetik haben sich in zwei Richtungen entwickelt: Sentimentaliät und Brutalität. Kirchen sind insofern darin verwickelt, als wir manchmal gerne nur das Sentimentale sehen. Die sentimentale Seite sagt: Was für ein schöner Ort diese Welt doch ist! Und ignoriert dabei die Hässlichkeit und Gefahr dieser Welt. Und die brutale Seite sagt: Diese Welt ist grausam und gefährlich, und wir sagen es so, wie es ist.

Aber gibt es nicht noch einen anderen Weg? Die Gemeinde hat die Aufgabe, durch die Künste eine tiefere und reichere Wahrheit über die Welt auszusagen. Es ist unsere Aufgabe, die Schönheit der Schöpfung zu feiern! Eine authentische christliche Ästhetik sollte den ganzen Schmerz und die ganze Trauer dieser Welt aufnehmen und mit der Schönheit zusammenbringen, die in Gottes neuer Schöpfung durchbricht.

(N.T. Wright beim Studientag Gesellschaftstransformation in Marburg am 19. Februar 2011)

Why should the devil have all the good music?

Ein Samstag Vormittag. Eine Fußgängerzone.Vor dem großen Kaufhaus spielen ein paar ältere Herren Gassenhauser wie „Sag mir quando, sag mir wann“ oder „Zucker im Kaffee“. Die kleine Kapelle aus Trompete, Akkordeon, Klarinette und Trommel macht ihre Sache sehr gut und sorgt so für eine beschwingte Stimmung im Einkaufstrubel.

Am anderen Ende der Fußgängerzone stehen ein paar junge Leute vor einem Brunnen. Die Mädchen tragen Röcke und lange Haare. Einer der Jungen spielt schrammelt auf einer Konzertgitarre. Dazu ertönt mehrstimmiger Gesang. Im näheren Umkreis der Gruppe stehen ein paar Mädchen und bieten den Passanten Traktate an.

Und ich denke: Schade…