„She came to me one morning…“

Zum Sound meiner Kindheit gehört ohne Frage auch die Musik von Uriah Heep. Und eben nicht das (o.g.) unsägliche „Lady in black“, das man gerne am Lagerfeuer oder wo auch immer klampft, sobald man e-Moll und D-Dur spielen kann. Da gab’s ja schließlich noch ganz andere Sachen, nicht? Sweet Lorraine zum Beispiel.  Oder All my life.

Der Mann, den man bei Uriah Heep so schön orgeln hört, ist Ken Hensley. Der macht immer noch Musik und hat 2006 die autobiografische Rock-Oper „Blood on the Highway“ veröffentlicht. Darum geht es auch in einem Interview mit getreadytorock.com:

What do you hope to purvey to the world with „Blood On The Highway“ – you are a deeply spiritual and religious man, through your music what is the message you want the world to know?

Hm… I’ll have to think about this a bit!

First I would say that, in my humble opinion, songs are a medium for sharing rather than preaching and, even though I am a man of strong opinions, I also know that no-one is always right so, if the gift of music is used in a political sense, I think it loses some of its magic.

A long time ago I chose to separate my overtly faith-based material from everything else and I think that was the right decision. I am a very commited Christian and I will always share this with anyone if invited to do so, but I am not a „Bible basher“. It’s more important to „live“ your faith than to talk about it!

Also auf Deutsch:

Was möchtest Du mit „Blood on the highway“ rüberbringen – du bist ein sehr spiritueller und religiöser Mensch, welche Botschaft möchtest Du mit Deiner Musik vermitteln?

Hmm… Darüber muss ich erst mal für einen Moment nachdenken.

Meiner bescheidenen Meinung nach sind Lieder dazu da, Dinge zu teilen, Anteil zu geben – nicht zum predigen. Und obwohl ich ein Mann mit festen Überzeugungen bin, weiß ich doch, dass niemand immer recht hat. Wenn die Gabe der Musik also in einem politischen Sinne verwendet wird, verliert sie etwas von ihrer Magie, finde ich.

Ich habe schon vor langer Zeit beschlossen zu unterscheiden zwischen den Sachen, die mit meinem Glauben zu tun haben, und allem Anderen. Und ich glaube, das war die richtige Entscheidung. Ich bin überzeugter Christ und werde immer darüber sprechen, sobald mich jemand dazu auffordert, aber ich haue Leuten keine Bibelverse um die Ohren. Es ist wichtiger, den Glauben zu leben als darüber zu reden.

Was er mit seinem „overtly faith-based material“ genau meint, habe ich noch nicht ‚rausbekommen – am Ende ein Uriah Heep-Worship-Album?! 😉 Lieber den Glauben leben als (nur) davon zu reden – das klingt jedenfalls vernünftig!

P.S.: Ist hier noch jemand mit Uriah Heep aufgewachsen?