Der Fänger im Roggen

Letzten Donnerstag – also am 1.1.09 – ist J.D. Salinger 90 Jahre alt geworden. Bei Spiegel Online gab’s dazu den Artikel „Fänger der Generationen“ – natürlich in Anlehnung an Salingers wohl berühmtestes Werk. Als ich den Artikel las, ist mir klar geworden, wie viele Menschen offenbar vom „Fänger im Roggen“ beeindruckt / beeinflusst wurden. Bisher dachte ich immer, ich sei die Einzige gewesen! 😉

Aber mal im Ernst: Als ich das Buch zum ersten Mal las (mit 18 oder 19), habe ich mich wirklich sehr verstanden gefühlt – ein Phänomen, das sicher Viele kennen, denen das Buch bekannt ist. Es gehörte zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Immer wieder habe ich es aus dem Regal genommen und einfach ein paar Seiten darin gelesen.

Als ich dann mit 20 eine Freundin in Amerika (mitten in Kansas, bible-belt lässt grüßen!) besuchte und feststellte, dass dort viele Christen das Buch der (oft derben) Sprache wegen ablehnen (oder Schlimmeres), war ich etwas fassungslos. Und schade fand ich’s auch. Denn ich kenne kaum ein Buch, das schon seit Jahrzehnten das Lebensgefühl vieler Teenager wiedergibt und ihnen das Gefühl vermittelt, verstanden zu werden.

Mich hat die Sprache nie gestört. Mich fasziniert eher, was das Buch bei vielen Menschen auslöst. Meiner Meinung nach ist es eine phänomenale Studie darüber, was (manche) Menschen bewegt.

In diesem Sinne noch nachträglich: „Happy birthday, Mr. Salinger!“ 😉