Ich versteh die Welt!

Mein Schreibtisch vermeldet zwei Neuzugänge:

Letzteres habe ich mir mal als Erstes vorgeknöpft. Da heißt es dann so schön & ein bisschen verschwurbelt auf der Rückseite:

Das Buch »Die Welt verstehen« möchte Gemeinden und Kirchen helfen, den Blick nach außen zu wenden, um ihren gesellschaftsrelevanten Auftrag neu zu entdecken. Die Methode der Kontextanalyse hilft, diesen Auftrag neu wahrzunehmen und umzusetzen und ist daher eine wertvolle und praktische Sehhilfe für die Gemeinde. Mit der Analyse des eigenen Potenzials beginnt eine spannende Reise von Milieukarten über Aktionsforschungen bis zu geistlichen Stadtteilbegehungen. Dabei werden viele praktische Anregungen und Hilfestellungen, Tools und Kopiervorlagen für die eigene Umsetzung gegeben, die es ermöglichen, den eigenen Stadtteil Schritt für Schritt besser kennenzulernen.

Und der letzte Satz ist genau der Punkt:  Es geht vor allem um PRAXIS! Und es geht darum, die eigene Umgebung / die Umgebung der Gemeinde zu entdecken. Raus aus dem Gemeindehaus! Schon mal einen Gebetsspaziergang im Stadtviertel der Gemeinde gemacht? Oder eine strukturierte Stadtteilbegehung? Mal über die Geschichte der eigenen Gemeinde und ihre Beziehungsgeflechte innerhalb der Stadt nachgedacht? Und damit fängt’s ja erst an… Wer “Die Welt verstehen” liest, kriegt echt was zu tun! ;-)

GT-Magazin

Kleiner Hinweis auf ein Magazin des Francke-Verlags mit dem Schwerpunkt „Gesellschaftstransformation“. Es beinhaltet je einen Artikel über ein Praxisprojekt und eine Forschungsarbeit des gleichnamigen Studienprogramms, ein Interview mit Johannes Reimer zum Thema „Multikultureller Gemeindebau“, einen Auszug aus einem Vortrag von René Padilla, Buchauszüge, Buchrezis, etc.

Die Printversion davon gibt’s übrigens beim 5. Marburger Studientag Gesellschafstransformation am kommenden Samstag. 😉

Schmerz und Trauer und Schönheit zusammenbringen

Habe in letzter Zeit an der Überarbeitung eines Vortrags von N.T. Wright gesessen und dabei folgende Gedanken gefunden, die mir sehr aus der Seele sprechen:

Wir brauchen eine biblische Theologie der Kunst und der Kultur. Diese fängt bei der Tatsache an, dass Gott in dieser Schöpfung wohnt. Wenn wir die Welt anschauen, wissen wir im Grunde unseres Herzens, dass es mehr gibt als das, was wir sehen und berühren können. Es gibt noch etwas Geheimnisvolles, Besonderes, das wir schwer in Worte fassen können. Und es war immer der Auftrag der Menschheit, die Schönheit der Welt zu feiern und sie durch ihre Kunst zu vergrößern.

Aber mit der Schönheit ist es wie mit der Gerechtigkeit – die Menschen bekommen es nicht hin. Unsere Kultur und unsere Ästhetik haben sich in zwei Richtungen entwickelt: Sentimentaliät und Brutalität. Kirchen sind insofern darin verwickelt, als wir manchmal gerne nur das Sentimentale sehen. Die sentimentale Seite sagt: Was für ein schöner Ort diese Welt doch ist! Und ignoriert dabei die Hässlichkeit und Gefahr dieser Welt. Und die brutale Seite sagt: Diese Welt ist grausam und gefährlich, und wir sagen es so, wie es ist.

Aber gibt es nicht noch einen anderen Weg? Die Gemeinde hat die Aufgabe, durch die Künste eine tiefere und reichere Wahrheit über die Welt auszusagen. Es ist unsere Aufgabe, die Schönheit der Schöpfung zu feiern! Eine authentische christliche Ästhetik sollte den ganzen Schmerz und die ganze Trauer dieser Welt aufnehmen und mit der Schönheit zusammenbringen, die in Gottes neuer Schöpfung durchbricht.

(N.T. Wright beim Studientag Gesellschaftstransformation in Marburg am 19. Februar 2011)

3. Marburger Studientag Gesellschaftstransformation

Für alle, die in Marburg und Umgebung wohnen:

Am 16. März 2010 findet in der Evangeliumshalle Marburg der 3. Marburger Studientag Gesellschaftstransformation zum Thema „Die Welt verändern. Die Wiederentdeckung des diakonischen Auftrags für die Gemeinde“ statt. Die Hauptreferenten sind Prof. Dr. Eberhard Hahn und Alan Roxburgh (GB).
Dazu gibt es jede Menge vertiefende und praxisnahe Seminare und es werden verschiedene Praxisprojekte aus dem Studienprogramm Gesellschaftstransformation präsentiert.

Mehr Infos gibt es im Flyer (pdf-Datei) unter gesellschaftstransformation.de. Dort kann man sich auch online für den Tag anmelden.