Christen können die Welt nicht verändern

crouch_200_hoch1Andy Crouch ist der Autor von „Culture Making: Recovering our Creative Calling„, das ich hier im Blog auch schon mehrfach erwähnt habe. Und zwar hier:

Fünf Fragen zur Kulturanalyse
Kritik ist nicht genug
Ich will nicht auf die Welle aus Amerika warten!

Kürzlich habe ich ein Interview mit Andy gemacht, in dem er erklärt, wie er Kultur definiert, welchen Aufrag Christen diesbezüglich eigentlich wirklich haben und warum wir die Welt nicht verändern können.

Christen können die Welt nicht verändern weiterlesen

Fünf Fragen zur Kulturanalyse

Heute mal ein wenig in „Culture Making“ von Andy Crouch gelesen. In einem Teil geht es darum, wie man „Kultur“ analysieren kann. Hier mal seine Gedanken dazu (S. 29f):

„If we want to understand culture, then, it’s always best to begin and end with specific cultural goods. I’ve found five questions to be particularly helpful in understanding how a particular artifact fits into its broader cultural story. […]

(1) What does this cultural artifact assume about the way the world is?
What are the key features of the world that this cultural artifact tries to deal with, respond to, make sense of?
(2) What does this cultural artifact assume about the way the world should be?
What vision of the future animated its creators? What new sense does it seek to add to a world that often seems chaotic and senseless?
(3) What does this cultural artifact make possible?
What can people do or imagine, thanks to this artifact, that they could not before?
(4) What does this cultural artifact make impossible (or at least very difficult)?
What activities and experiences that were previously part of the human experience become all but impossible in the wake of this new thing?
(5) What new forms of culture are created in response to this artifact?
What is cultivated and created that could not have been before?“

Diese Fragen kann man seiner Meinung nach auf so simple Dinge wie ein Omelett anwenden… 😉 Und auf seiner Seite gibt es eine ganze Rubrik mit dem Titel „Five Questions„. Werde mir diesen Ansatz mal durch den Kopf gehen lassen…

Kritik ist nicht genug

Im letzten Posting hatte ich es bereits erwähnt: „Culture Making“ von Andy Crouch. In dem kurzen Video-Clip „Andy Crouch discusses his new book“ fasst er die Kernthesen seines Buches kurz zusammen.

Kleiner Vorgeschmack: Crouch zufolge genügt es nicht, Kritiken zu schreiben oder Kultur zu analysieren. Noch reicht es aus, Kultur nachzuahmen. Als Christen sind wir dazu herausgefordert, (eine neue) Kultur zu formen.

Ich will nicht auf die Welle aus Amerika warten!

Während meiner USA-Reise Mitte November habe ich einige Streifzüge durch Buchläden gemacht. Was mir aufgefallen ist: „Glaube & Kultur“ ist in der amerikanischen Buchlandschaft ein großes Thema! Logischerweise ist mir das vor allem in christlichen Buchläden aufgefallen, aber selbst in der säkularen Szene wird ein Buch wie „Culture Making“ von Andy Crouch durchaus gewürdigt.

Mir ist schon klar, dass Amerika ein anderes Pflaster ist als Deutschland. Mehr (evangelikale) Christen, eine ganz anders geprägte Kultur und ein viel größerer Markt für derartige Bücher. Und ich will auch nicht sagen, dass alles, was aus Amerika kommt, ungeprüft übernommen und vorbehaltlos angewandt werden kann und soll.

Trotzdem finde ich bemerkenswert, dass sich in den USA offenbar eine ganze Reihe von Autoren Gedanken darüber machen, wie Christentum und Kultur zusammenpassen. Diese Welle wird vermutlich irgendwann ganz automatisch nach Deutschland überschwappen. Was sicher nicht unbedingt schlecht ist. Noch besser wäre aber, wenn dieses Thema schon vorher in Deutschland angegangen würde.

Manche Ansätze davon sind zum Glück schon zu sehen. Aber größtenteils scheint eher die Sichtweise „Christus (ist) gegen Kultur“ vorzuherrschen (ganz, ganz frei nach H. Richard Niebuhr, dessen Buch „Christ and Culture“ ich wohl dringend mal lesen sollte, auch wenn es von 1951 ist… 😉 ).

Ich jedenfalls will nicht auf die Welle aus Amerika warten!