U2 in Frankfurt: „Love shines on…“

Gestern war’s mal wieder so weit: U2 live – diesmal in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Ich fand den Sound dort leider nicht überragend, aber die Show an sich war (wie immer 😉 ) sehr beeindruckend. Und U2 sind halt nach wie vor die beste für mich persönlich bedeutendste Band der Welt. So!

Hab‘ bei youtube tatsächlich einen halbwegs passablen Mitschnitt von „I still haven’t found what I’m looking for“ gefunden. Neu ist mir, dass Edge im Refrain eine zweite Stimme dazusingt – sehr schön! 🙂

Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich schon darüber wundere, wenn Leute so ein Konzert quasi fast ausschließlich durch ihr Handy betrachten. Der Typ neben mir hat andauernd mit seinem iPhone fotografiert und sich dann die ganze Zeit die Bilder angesehen, sie in Ordner sortiert und so weiter. Seine Freundin war auch ganz fasziniert und so haben die Beiden die meiste Zeit damit verbracht, auf den kleinen iPhone-Bildschirm zu kucken.

Ich denke dann immer: „Aber Ihr seid doch jetzt hier – genießt doch den Augenblick und das Konzert einfach so! Was nützen Euch nachher die paar Bilder, die noch nicht mal besonders toll werden, iPhone hin oder her?!“ Hauptsache, man kann nachher zeigen, dass man da war, oder wie? Ick fasteh det nich…

Was mich aber wirklich fasziniert: Dass „die Jungs“ auch nach so vielen Jahren offensichtlich immer noch einen Mordsspaß daran haben, zusammen Musik zu machen! Zwei neue Songs gab’s übrigens auch: „Return of the Stingray Guitar“ – ein Instrumental-Stück, das sie als Opener gespielt haben. Hat mir nicht so doll gefallen. Was Bekanntes zum Anfang find ich immer mitreißender. Aber „Glastonbury“ klang ziemlich cool! Bin dementsprechend gespannt, wann sie wieder ein neues Album zusammenpacken.

Kleiner Linktipp noch:

u2gigs.com bzw. deren youtube-Seite! Da kann man sich einigermaße brauchbare Videos von den Konzerten ansehen – hat also doch was Gutes, wenn Leute Mitschnitte machen! 😉 Wobei ich fast nicht glauben kann, dass das mit ’nem Handy aufgenommen wurde…

Kaufen, kaufen, kaufen

Huch – schon lange nix mehr gebloggt, wie? Da kommt mir das Zitat von Xavier Naidoo, das ich in der „pro“ gefunden haben, doch gerade recht! 😉

„Für mich ist klar, dass irgendwann diese ganzen Papierwährungen null und nichtig sind. Alle sieben Jahre, heißt es, kommt ein riesiger Crash. Da frage ich mich schon, warum in Deutschland eine christliche Partei in der Regierung diesen Bullshit mitmacht. Wenn ich sogar aus der Bibel herauslesen kann, dass das alles keinen Wert hat, wie können die das dann nicht? Ich brauche diese ganzen verlogenen Politikdarsteller nicht und diese ganzen Wirtschaftsbosse, die nichts anderes als ihre Aktien im Kopf haben.“ (Naidoo im Interview mit der KNA)

Gestern ging mir etwas Ähnliches durch den Kopf, als ich die Tagesschau sah. Da heißt es ja jedes Jahr kurz vor Weihnachten so schön, dass der Einzelhandel mit den Verkäufen an den Adventswochenenden zufrieden (oder eben nicht zufrieden) war.  Ähnliche Meldungen gibt’s natürlich auch im Radio und anderen Medien.

Gestern habe ich zum ersten Mal gedacht, dass ich das irgendwie schräg finde… Also, dass es in den Nachrichten regelmäßig eine Rolle spielt, ob wir auch alle brav konsumiert haben. Natürlich – es geht immer auch um Arbeitsplätze. Aber diese Fixierung auf Konsum geht mir trotzdem mehr und mehr auf den Senkel.

„The banks they’re like cathedrals, I guess casinos took their place…“ (Bono, „The Playboy Mansion“)

Das Baby in der Krippe – jetzt mit dt. Übersetzung ;-)

Ja, ich weiß: Falsche Jahreszeit. Obwohl im Supermarkt schon wieder Lebkuchen gesichtet worden sein soll… Wie auch immer, eigentlich geht’s hier jedenfalls nicht um Weihnachten, sondern um Bonos Antwort auf die Frage, wie er sich Gott vorstellt. Genauer gesagt: „What is your concept of God?“

Bono: „The idea that there is love and logic behind the universe is something I hold dear. The idea that it should express itself as a child born in shit-and-straw poverty is one that gives me a reason to get out of bed in the morning. It’s just mind-blowing to me. I came home once at Christmas, from tour, and I went to St. Patrick’s Cathedral to hear the boys’ choir sing the carol service. I was tired and I was just doing this romantic thing, not really thinking about it as an act of worship or anything. I was given a bad seat behind one of the pillars in this huge hall and I couldn’t really hear the words the choir was singing. So, to stop falling asleep, as I hadn’t been to bed in days, I concentrated on the sheet in front of me, and it really dawned on me how perfect it was that this thing we call God would chose to express itself as a child ‘born in a barn,’ as we say here in Dublin. That’s the most striking idea we have of God. I think that wherever you look for God you’ll still have to pass through that door of humility and that door of complete vulnerability that a child has. There are very few musicians who don’t believe in God.“

(Gefunden in „The Dubliner„)

Hier die deutsche Übersetzung (Ergänzung vom 18.9.): Das Baby in der Krippe – jetzt mit dt. Übersetzung 😉 weiterlesen

Weißt Du, wo deine Seele ist?

Unter dem Titel „It’s 2009. Do You Know Where Your Soul Is?“ gab es in der New York Times kürzlich einen Gast-Beitrag von U2-Sänger Bono. Hier ein Auszug daraus – es geht um Ostern:

„It’s a transcendent moment for me — a rebirth I always seem to need. Never more so than a few years ago, when my father died. I recall the embarrassment and relief of hot tears as I knelt in a chapel in a village in France and repented my prodigal nature — repented for fighting my father for so many years and wasting so many opportunities to know him better. I remember the feeling of “a peace that passes understanding” as a load lifted. Of all the Christian festivals, it is the Easter parade that demands the most faith — pushing you past reverence for creation, through bewilderment at the idea of a virgin birth, and into the far-fetched and far-reaching idea that death is not the end. The cross as crossroads. Whatever your religious or nonreligious views, the chance to begin again is a compelling idea.“

In dem Beitrag geht es ansonsten (wie könnte es auch anders sein) auch noch um Entwicklungshilfe, die Frage nach Gerechtigkeit, etc. Lesenswert!