Schicke Bibel, Mann!

Es scheint bei Grafikern mittlerweile fast zum guten Ton zu gehören, die Bibel schick zu machen, kann das sein? 😉 Nachdem ich schon über Dag Söderberg, Heiko Rafflenbeul, Sascha Dörger und Eva Jung gebloggt habe, weise ich heute auf das Projekt „Die Bibel als Magazin“ hin (Eine Leseprobe (pdf) gibt’s hier). Dahinter stecken der freie Journalist Oliver Wurm und Designer Andreas Volleritsch.

Laut „Spiegel“-Interview kam die Idee Wurm einmal im Hotelzimmer, als er nur eine herkömmliche Bibel zur Hand hatte. Was er las, fand er wohl gar nicht so schlecht, aber die Aufmachung brachte ihn doch sehr zum gähnen…Was ich durchaus nachvollziehen kann! Die ganze Story gibt’s entweder im „Spiegel“ (Ausgabe 35/2010 vom 30.08.2010) oder im Medienmagazin „pro„.

Dazu gleich mal die Frage in die Runde: Würdet Ihr enthusiastischer, lieber, öfter… in der Bibel lesen, wenn die Aufmachung besser, schicker, moderner… wäre?

Steve Jobs und die Bibel

Im SZ-Magazin geht es in der Rubrik „Index“ jede Woche um ein bestimmtes Buch und darin häufig vorkommende Schlagwörter. In der aktuellen Ausgabe ist die Bibel dran. Allerdings ist die Sache mit den Schlagwörtern diesmal ein bisschen anders: Es geht nicht um häufig vorkommende Schlagwörter, sondern um aktuelle Themen, von denen auch in der Bibel schon die Rede ist, z.B. Athen, Bischöfe, Krieg, Meer, Reiche. Und Steve Jobs.

Finde es interessant, dass die SZ auf die Idee gekommen ist, dass die Bibel zu aktuellen Themen vielleicht etwas zu sagen haben könnte. Auch wenn die Sache vielleicht nicht ganz so ernst gemeint ist. Obwohl z.B. die Passage über Reiche, die da ausgewählt wurde, schon wirklich nicht ohne ist:

Reichen, die
… Nun also, ihr R, weint und heult über eure Plagen, die über euch kommen! Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein gegen euch und euer Fleisch fressen wie Feuer,
Jak 5,1, Jak 5,2, Jak 5,3

Apropos Reiche: Für „Jobs, Steve“ gibt es laut SZ-Magazin übrigens keine Nennungen in der Bibel. Ach nee! Hahaha… Spitzenwitz, oder?

Die Bibel für die Modeboutique

Eine Bibel-Ausgabe im Stil des Vogue-Mode-Magazins – coole Idee, dachte sich der schwedische Marketing-experte Dag Söderberg und setzte das Ganze – erst mal in schwedischer Sprache – einfach in die Tat um.

Neuerdings gibt es die Hochglanzbibel auch auf Englisch und Söderberg erklärt in einem Clip bei youtube, was ihn zu diesem Projekt bewegt hat. Auch der britische „Telegraph“ berichtet darüber. Söderberg wolle „eine Version der Bibel herausgeben, die Leute gerne in die Hand nehmen, anstatt sie zu verstecken oder einfach ins Regal zu stellen“, heißt es in dem Artikel. Er selbst sei nicht sonderlich religiös, fände es aber wichtig, die Bibel für mehr Menschen verfügbar zu machen. Sie sei „unsere Geschichte, unser Erbe“.

Verkauft wurde die „Illuminated Bible“ zuerst in Modeboutiquen, Kunstgalerien und Designerläden. In Schweden hat sie laut Herausgeber für einen 50%igen Anstieg der Verkaufszahlen von Bibeln gesorgt.

Wie sagte schon Paulus?

„Wichtig ist allein, dass die rettende Botschaft von Jesus Christus verbreitet wird; mag das nun mit Hintergedanken oder in ehrlicher Absicht geschehen. Wenn nur jeder erfährt, wer Jesus Christus ist! Darüber freue ich mich, und ich werde mich auch in Zukunft darüber freuen!“ (Philipper 1, 18)

Da kommt so eine Hochglanzmodebibel doch gerade recht!

(Foto: illuminatedworld.com)