Satan auf der Bühne, gottgefällig zu Hause

Jetzt ist die Info auch bei der Hamburger MoPo angekommen: Alice Cooper bezeichnet sich als Christ. Unter dem Titel „Dank Gott bin ich seit 29 Jahren trocken“ gab’s da kürzlich ein Interview mit dem sog. Schock-Rocker. Über seine Rolle auf der Bühne sagt er Folgendes:

In deinen Shows bist du der Böse, der Satan, und am Ende wirst du meistens geköpft. Warum?
Das muss so sein. Im Kino oder im Theater kommt der Bösewicht manchmal davon. Das darf in meiner Show nicht sein. Der Schurke muss geschnappt werden. Und deshalb komme ich auch danach ganz in Weiß auf die Bühne – quasi erlöst vom Bösen.

Außerdem:

Du gehst jeden Sonntag zur Kirche. Wie wichtig ist das für dich?
Wenn du ein Christ bist, ist es eine 1:1-Beziehung zwischen dir und Jesus. Man geht zur Kirche, weil da auch andere Gläubige sind. Aber in erster Linie geht es um dich und deinen Erlöser.

Was bedeutet das im täglichen Leben?
Dass ich gottgefällig lebe. Ich beschimpfe meine Frau nicht, ich trinke nicht und meine Kinder kamen nie in Berührung mit Drogen oder etwas anderem Illegalem. Aber es steht nirgendwo in der Bibel, dass ich kein Künstler sein darf. Gott will, dass wir unsere Talente auch nutzen.

Ob das seine Horrorshows „legitimiert“, weiß ich nicht. Aber es erklärt sie zumindest ein bisschen. Mehr dazu auch hier: „Alice Cooper: Alles nur Entertainment (?)

Alice Cooper: Alles nur Entertainment (?)

“I go to Bible study on Wednesday mornings – I even teach sometimes – but I’ll still get up on stage and be much scarier than Marilyn Manson. It doesn’t mean that, as a Christian, you can’t be a rocker or an entertainer. It’s your lifestyle. I never use bad language. That’s not gentlemanly. Alice might slit your throat but he’d never use the F word.” (Zitat von Alice Cooper, gefunden auf thunderstruck.org)

Alice Cooper ist wirklich niemand, dessen Musik / Auftreten ich sonderlich schätze – als Kind hatte ich außerdem immer massiv Angst vor ihm – aber seine Aussage finde ich doch zumindest bedenkenswert. Interessant ist auch sein Interview mit der SZ vom 18.7. 2008.