Mr. Bell und meine Lieblingsband

„Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal tiefe Ehrfurcht vor Gott empfand. Ich war zum ersten Mal im Leben gefangen von etwas, das so gewaltig und liebevoll war, so transzendent und so… wahr. Etwas, von dem ich sicher war, dass es vertrauenswürdig war. Speziell erinnere ich mich, dass ich dachte, das Universum sei sicher, trotz all der schrecklichen tragischen Ereignisse auf der Welt. Ich erinnere mich, dass ich von dem Wort wahr überwältigt war. Unter dieser Überschrift ist das ganze Leben irgendwie… gut… und ich war sechzehn und bei einem U2-Konzert. Die Joshua-Tree-Tournee. Als sie mit dem Lied „Where the streets have no name“ anfingen, dachte ich, ich müsste vor Glück auf der Stelle zerspringen. Das war echt. Darum ging es. Was immer es war, ich wollte mehr davon. So etwas hatte ich noch nie zuvor empfunden.“ (Rob Bell: Jesus unplugged. (Seite 67))

Ich weiß: Auf Dauer könnte es nerven, wenn ich immer wieder von U2 anfange… 😉 Aber dieses Mal ist Rob Bell dafür verantwortlich! Auf das o.g. Zitat bin ich eher durch Zufall gestoßen, als ich in „Jesus unplugged“ blätterte. Mich fasziniert, was er schreibt, weil es genau das beschreibt, was ich manchmal empfinde – bei „Where the streets have no name“ ganz sicher, aber auch – wenn auch in abgeschwächter Form – z.B. wenn ich am Meer bin. Oder wenn ich ein besonders gelungenes Stück Literatur lese. Wenn mich ein Film fasziniert. Oder manchmal sogar, wenn ich meine (meist etwas griesgrämige) Katze Prima beobachte… 😉

Theologie in 3D

U23D heißt er, der aktuelle Konzertfilm von U2. Gesehen habe ich ihn noch nicht – Was sich allerdings bald ändern wird! – aber eben las ich einen Artikel bei theooze.com, den ich sehr interessant finde: The Concise Theology of U23D von Darrell Hugueley, Jr. Der Autor beschreibt darin seine Begeisterung für diesen Film und die Theologie, die darin vermittelt wird. Zwei markante Aussagen aus dem Artikel:

„I have argued with some friends afterwards (I saw the film twice) that the song playlist is an outline for a mobilizing theology for Christians. It is a call to action and involvement and compassion, as well as a treatise for effectively and actively engaging the world around us in a winsome and meaningful way, and also one of the best sermons I have ever wanted to dance to.“

„While there are those who would disagree, the theater I was in became a sanctuary, and I worshiped God in this quirky temple with my funny-looking glasses and my bucket of popcorn. I have heard hardly a better sermon and certainly not been brought to the Throne through contemplation and song any better than going to see this film. Amen and amen again.“

Ich stimme der Meinung des Autors über die theologischen Aussagen der genannten U2-Songs nicht unbedingt immer zu. Aber den Ansatz, mal in dieser Art an ein Konzert ranzugehen, finde ich klasse!

Nektarios, Jonathan, Thomas & Co.

Meist läuft es doch so:
Irgendjemand erfährt, dass XY, der bei „Deutschland sucht den Superstar“ – oder einer ähnlich fürchterlichen Show 😉 – mitmacht, angeblich Christ ist. Dann stürzen sich die evangelikalen Medien auf das Gerücht. Sie versuchen, möglichst viel über die geistliche Temperatur der besagten Person zu erfahren. Ist der wirklich Christ? Einer von uns also?! Hat derjenige die Prüfung bestanden, wird er ratzfatz vor den Karren der christlichen Subkultur gespannt.

Ehrlich gesagt: Mich nervt das. Sicher – wir sollen die Gesellschaft, in der wir leben, entscheidend mitprägen. Salz und Licht und so. Deshalb ist es grundsätzlich mehr als wünschenswert, wenn Christen überall mitmischen. Aber dass darum (in der frommen Szene) oft gleich so ein Hype enstehen muss, ist mir zuwider. Brauchen wir christliche Promis, um uns besser zu fühlen? Und: Wer bin ich denn eigentlich, dass ich einem Promi, den ich kein bißchen kenne, bescheinigen könnte, ob er Christ ist oder nicht? Auf die Mehrheit der Zuschauer wirken solche „Quotenchristen“ außerdem eher seltsam bis peinlich.

Mir wäre lieb, wenn Christen durch Kreativität, Originalität und Ideenreichtum, durch gutes Handwerk und Ausschöpfung ihres gottgegebenen Talents – z.B. in Musik, Kunst und Literatur – von sich reden machen würden. Und eben nicht dadurch, dass sie von den christlichen Medien gepusht werden – bloß, weil sie Christen sind. Ich glaube, dadurch würden wir viel mehr Respekt von der sogenannten „säkularen Szene“ bekommen.

Fundstück: Darum geht's!

„If our art isn’t relevant to the entirety of our experience, the fullness of our lives—good, bad, scared, profane—then it cannot be relevant to the people around us. It will not be relevant to our culture. We need this art, need it desperately.

In expressing our creativity, this piece of us that is also a piece of the character of God, we share in His nature. And that can only draw us closer to the One in whom our hope remains.“

(Dawn Xiana Moon, relevantmagazine.com)

U2 im Gottesdienst

u2.jpgSchon vor längerer Zeit las ich einen Artikel darüber, dass eine Kirchengemeinde in England einen Gottesdienst mit der Musik von U2 gestaltet hat.

Wie finde ich denn das? Eigentlich total klasse – die Musik von U2 begleitet mich schließlich schon seit über 20 Jahren. Aber irgendwie auch komisch – U2 im Gottesdienst?! Macht sowas hierzulande auch jemand?