Mr. Bell und meine Lieblingsband

„Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal tiefe Ehrfurcht vor Gott empfand. Ich war zum ersten Mal im Leben gefangen von etwas, das so gewaltig und liebevoll war, so transzendent und so… wahr. Etwas, von dem ich sicher war, dass es vertrauenswürdig war. Speziell erinnere ich mich, dass ich dachte, das Universum sei sicher, trotz all der schrecklichen tragischen Ereignisse auf der Welt. Ich erinnere mich, dass ich von dem Wort wahr überwältigt war. Unter dieser Überschrift ist das ganze Leben irgendwie… gut… und ich war sechzehn und bei einem U2-Konzert. Die Joshua-Tree-Tournee. Als sie mit dem Lied „Where the streets have no name“ anfingen, dachte ich, ich müsste vor Glück auf der Stelle zerspringen. Das war echt. Darum ging es. Was immer es war, ich wollte mehr davon. So etwas hatte ich noch nie zuvor empfunden.“ (Rob Bell: Jesus unplugged. (Seite 67))

Ich weiß: Auf Dauer könnte es nerven, wenn ich immer wieder von U2 anfange… 😉 Aber dieses Mal ist Rob Bell dafür verantwortlich! Auf das o.g. Zitat bin ich eher durch Zufall gestoßen, als ich in „Jesus unplugged“ blätterte. Mich fasziniert, was er schreibt, weil es genau das beschreibt, was ich manchmal empfinde – bei „Where the streets have no name“ ganz sicher, aber auch – wenn auch in abgeschwächter Form – z.B. wenn ich am Meer bin. Oder wenn ich ein besonders gelungenes Stück Literatur lese. Wenn mich ein Film fasziniert. Oder manchmal sogar, wenn ich meine (meist etwas griesgrämige) Katze Prima beobachte… 😉

Aktuelle Lektüre: "Zeitgeist"

„Zeitgeist. Kultur und Evangelium in der Postmoderne“ von den Herausgebern Tobias Faix und Thomas Weißenborn ist ein Buch, in dem ich in letzter Zeit immer mal wieder lese. Mal ein kurzes Zitat von Faix aus dem Beitrag: „Die Verwurzelung der Gemeinde in der Kultur“ (S. 39):

„[…] Deutschland erlebt die postmoderne Veränderung, aber die Gemeinden und Kirchen sind tief verwurzelt in ihrer Tradition und in ihrer Kultur der bürgerlichen Mitte und des rechten Konservatismus. So jammern die Christen sehr gerne über den aktuellen Werteverfall und beklagen die neue Schnellebigkeit des Lebens. Alles wird schwieriger, wenn nicht sogar schlechter. Ein Zeichen der Endzeit? Statt sich den kulturellen Entwicklungen zu stellen und darin das Reden Gottes zu suchen, lamentieren wir Christen in Deutschland über die Konfessionsgrenzen hinweg. Dabei hat Gott immer in die Kultur und die aktuelle Gesellschaft geredet. […]“

Mir macht das Mut! Endlich mal jemand, der nicht auch noch den Werteverfall beklagt und alles pechschwarz sieht…

Fundstück: Darum geht's!

„If our art isn’t relevant to the entirety of our experience, the fullness of our lives—good, bad, scared, profane—then it cannot be relevant to the people around us. It will not be relevant to our culture. We need this art, need it desperately.

In expressing our creativity, this piece of us that is also a piece of the character of God, we share in His nature. And that can only draw us closer to the One in whom our hope remains.“

(Dawn Xiana Moon, relevantmagazine.com)

"Imagine. A vision for Christians in the arts"

turner_imagine_engl.jpgEin Buch von Steve Turner, das mir aus der Seele spricht! (Gibt’s übrigens auch auf Deutsch: „Imagine. Christen in Kunst, Musik und Medien.“) Ich bin immer froh, wenn jemand (also in diesem Fall Herr Turner), Andere dazu herausfordert, mutig eigene Wege zu gehen und sich gegen den Mainstream zu stellen…

Über seine Zeit in L’Abri (einer von Francis Schaeffer gegründeten Gemeinschaft in der Schweiz) schreibt Turner zum Beispiel:

“Evangelikale Christen benutzten traditionell die Erlösung als Ausgangspunkt für alles andere: War der Künstler wiedergeboren? Wurde die Wiedergeburt im Singen, Schreiben oder Malen des Künstlers thematisiert?

Für Schaeffer war der Ausgangspunkt die Schöpfung. Jeder ist im Bild Gottes geschaffen. Menschen mit künstlerischen Gaben konnten gar nicht anders, als auf irgendeine Weise dieses ursprüngliche Bild widerzuspiegeln.

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