The Fray: „You found me“

Die evangelische Martin-Luther Kirchengemeinde Bergkamen führt am Pfingstsonntag ein Konzert mit Cover-Versionen unter dem Titel „Gott in den Charts“ durch.

Pfarrer Reinhard Chudaska hat mir netterweise die Titelliste verraten und mir so neues Futter für kulturgut geliefert (Danke schön!). Mit dabei ist zum Beispiel „You found me“ der US-Band The Fray

Den Text von „You found me“ gibt’s hier. Herr Chudaska schreibt dazu:

„You found me“ von The Fray […] hat es verdient, dass man gut hinhört. Der Text ist so etwas wie ein Gegenentwurf zu den bekannten „Spuren im Sand“. Hier wie dort wird Gott die Frage gestellt: „Wo warst du die ganze Zeit?“ Bei „Spuren im Sand“ antwortet Gott: „Ich habe dich getragen“, bei The Fray antwortet er lapidar: „Frag etwas anderes“.

„Spuren im Sand“ macht Mut zur völligen Ergebenheit in Gottes unerklärlichen Willen und es folgt so etwas wie eine große Stille.

The Fray reagieren völlig anders: „Das kann doch wohl nicht wahr sein, Gott, dass du mich so viele Jahre hast warten und hängen lassen. Okay, du hast mich gerettet, aber das hätte auch ganz schön schief gehen können, es war knapp.“

Ich bin überzeugt, dass Gott nichts gegen diese Empörung hat. Er hält das aus. […] The Fray sind vielleicht näher an einer biblischen Person wie dem leidenden Hiob dran als mancher fromme Text.

Dazu fällt mir gerade ein Text von ship of fools ein, den ich vor gefühlten 86 Jahren mal übersetzt habe. Darin ging es um die Frage, warum es eher wenige Lobpreisleiter gibt, sie sich mit den harten Seiten des Lebens beschäftigen oder die einfach auch mal klagen. Den Text gibt’s sogar noch im Netz, sah ich eben: „Seid ihr glücklich?!?!?

Ein Gedanke zu „The Fray: „You found me““

  1. Vielen Dank für die freundliche Erwähnung. Ich habe ja auch reichlich von „Kulturgut“ geklaut.
    Kann es sein, dass wir in Deutschland noch nicht ganz so weit sind, bei der Auseinadersetzung mit der popularen Kultur? Im englischsprachigen Raum habe ich Steve Stockman gefunden, Steve Turner und sogar den anglikanischen Bischof Nick Baines. Bei uns gibt es Günther Klempnauer und „Kulturgut“ – und dann? Oder habe ich nur nicht lange genug gesucht?
    Die Entdeckung von „You found me“ verdanke ich meinem Sohn Stefan.
    Ich glaube, das Lied ist ehrlich. Wenn ich beim „Lobpreis“ sehe, dass sich Sprache und Verhalten der Menschen ändern, zweifle ich schon daran, ob das so sein muss.
    Ich weiß selber nicht, ob ich mich trauen würde, zu beten: „Du hast vielleicht Nerven, Gott, mich so hängen zu lassen. Du hast mich gefunden, nur ein bisschen zu spät.“ aber diese Zeilen verfolgen mich.
    Ich wünsche „Kulturgut“ noch viel Erfolg.
    Reinhard Chudaska

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