Kaufen, kaufen, kaufen

Huch – schon lange nix mehr gebloggt, wie? Da kommt mir das Zitat von Xavier Naidoo, das ich in der „pro“ gefunden haben, doch gerade recht! 😉

„Für mich ist klar, dass irgendwann diese ganzen Papierwährungen null und nichtig sind. Alle sieben Jahre, heißt es, kommt ein riesiger Crash. Da frage ich mich schon, warum in Deutschland eine christliche Partei in der Regierung diesen Bullshit mitmacht. Wenn ich sogar aus der Bibel herauslesen kann, dass das alles keinen Wert hat, wie können die das dann nicht? Ich brauche diese ganzen verlogenen Politikdarsteller nicht und diese ganzen Wirtschaftsbosse, die nichts anderes als ihre Aktien im Kopf haben.“ (Naidoo im Interview mit der KNA)

Gestern ging mir etwas Ähnliches durch den Kopf, als ich die Tagesschau sah. Da heißt es ja jedes Jahr kurz vor Weihnachten so schön, dass der Einzelhandel mit den Verkäufen an den Adventswochenenden zufrieden (oder eben nicht zufrieden) war.  Ähnliche Meldungen gibt’s natürlich auch im Radio und anderen Medien.

Gestern habe ich zum ersten Mal gedacht, dass ich das irgendwie schräg finde… Also, dass es in den Nachrichten regelmäßig eine Rolle spielt, ob wir auch alle brav konsumiert haben. Natürlich – es geht immer auch um Arbeitsplätze. Aber diese Fixierung auf Konsum geht mir trotzdem mehr und mehr auf den Senkel.

„The banks they’re like cathedrals, I guess casinos took their place…“ (Bono, „The Playboy Mansion“)

2 Gedanken zu „Kaufen, kaufen, kaufen“

  1. Hallo liebe Ilona!

    Was die Fixierung auf den Konsum angeht, bin ich vollkommen einer Meinung mit dir – mich stößt es auch ab! Bei Xavier Naidoo – so sehr ich seine Musik und seine Einstellung in manchen Bereichen schätze – fällt mir allerdings vor allem auf, wie leicht und billig es rüberkommt, wenn man es mit Hilfe dieser „Wirtschaftsbosse“ (z.B. BMG oder andere Medienkonzerne) geschafft hat finanziell unabhängig zu sein, nun zu verkünden, man brauche eben diese Bosse nicht. So bitter es sein mag, aber nur wenn einer dieser bösen Wirtschaftsbosse sich einen hohen Return on Investment ausrechnen kann, ist er bereit mal eben 100.000 Euro für die Produktion eines Video Clips auszugeben, der einen Sänger wie Naidoo dann via MTV und VIVA so bekannt macht, dass Hundertausende in die Tasche greifen, um eine CD des Sängers zu kaufen. Man mag dies beklagen oder verabscheuen, ändern wird man es dadurch nicht. Die wenigen Einflussmöglichkeiten, die wir „Normalbürger“ in Bezug auf unsere Wirtschaftsordnung haben, sind z.B. der Stimmzettel am Wahltag und unsere persönliche Entscheidung, ob wir dies „Sharholder Value System“ für unseren wirtschaftlichen Erfolg nutzen wollen, oder eben nicht. Sich erst einen Ferrari kaufen, und wenn man ihn dann hat, sich über den hohen Benzinverbrauch solcher unnützen Luxuskarossen zu mokieren, das klingt für mich irgendwie falsch.

    Grüßle, Sec

  2. Hallo lieber Sec,

    danke für Deinen Kommentar!

    Ja, ich stimme Dir zu, was das Naidoo-Zitat angeht. Es klingt doch ziemlich bigott, wenn man mal so drüber nachdenkt. Und „die Wirtschaftsbosse“ sind ja auch nicht grundsätzlich alle böse und verlogen. Außerdem mag ich es auch nicht, wenn man grundsätzlich auf Politikern ‚rumhackt.

    Dennoch ist ein bisschen was Wahres dran an dem, was er sagt. Oder zumindest ist es provokant genug, dass Du und ich drüber nachdenken… 😉

    Liebe Grüße,
    Ilona

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