Besser als nix

Auf meinem Streifzug durch die „Welt der christlichen Romane“ bin ich neulich auf „Besser als nix“ von Nina Pourlak gestoßen. Darum geht’s:

Bestattungsfachkraft sei doch wohl genau das Richtige für ihn, meint die sympathischeBesserAlsNix_09 Referendarin Sarah bei der Berufsberatung. Tom fällt aus allen Wolken! Denn dass er für seine Karriere buchstäblich über Leichen gehen müsste, hatte er nicht gedacht… Sicher, er zieht die Gesellschaft schweigsamer Menschen manchmal der seiner Mitschüler vor, er trägt gerne schwarz und fährt lieber langsam als schnell Auto. Und ja, durch den frühen Tod seiner Mutter hat er sich schon in jungen Jahren mit dem Sterben auseinandersetzen müssen. Trotzdem: ob der Job zu ihm passt? Er versucht es jedenfalls – nicht zuletzt, um Sarah zu beeindrucken – und gerät in ebenso tragische wie witzige Situationen. (Quelle: Brendow Verlag)

Manchmal sage ich, „In dem Buch fühle ich mich zu Hause“ – und meine damit, dass ich gerne Zeit damit verbringe. Bei „Besser als nix“ war das auch so. Die Hauptfigur Tom war mir nah – trotz der Tatsache, dass mich der Beruf „Bestattungsfachkraft“ überhaupt nicht interessiert und ich mit Tom ansonsten auch wenig gemeinsam habe. Ich wollte gerne wissen, wie es mit ihm weitergeht. Das Ende fällt für meine Begriffe zwar ein wenig kitschig aus, aber andererseits: Warum sollen Geschichten nicht auch einfach mal schön und gut ausgehen? Und ein gepilchertes Ende nach dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist es zum Glück auch nicht. Es gibt viele Ecken und Kanten und unbeantwortete Fragen. Soll heißen: Das Buch bildet die Realität ab, wie man sie auf dieser Welt antreffen kann (Menschen sterben, streiten, hassen, lieben, und so weiter), hinterlässt aber ein paar kräftige Hoffnungsschimmer.

Sex vor der Ehe, Alkoholkonsum, Anklagen gegen Kirche und Gott und ein paar gar nicht so christliche Ausdrücke – lauter Dinge also, die das Buch in manchen christlichen Kreisen schon von vorneherein höchst verdächtig erscheinen lassen, gibt es in dem Buch übrigens auch… Abbildung der Realität eben. Mich stört das null komma gar nicht. Ich freue mich vielmehr, dass das für die Jury offenbar kein Hindernis war, „Besser als nix“ letztes Jahr den C.S. Lewis-Preis zu verleihen.

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