Hüttenzauber

theshackSo. Jetzt hab‘ ich’s also auch gelesen – oder vielmehr: gehört. Denn „The Shack“ von William P. Young gibt es (natürlich) auch in einer Hörbuch-Version.

Im Moment sind wir ja eher in einer Art Zwischenphase: In Amerika ist der erste Hype um das Buch abgeflacht (trotzdem führt das Buch immer noch die New York Times-Bestseller-Liste an). In Deutschland bzw. auf Deutsch kommt „Die Hütte. Ein Wochenende mit Gott“ erst im Juni auf den Markt.

Ich bin aber erstaunt, an wie vielen Stellen ich auch in Deutschland schon von dem Buch gehört habe und wie Viele es wohl auch schon auf Englisch gelesen haben. Ergo: Einen Blogbeitrag ist es allemal wert! 😉

So fasst amazon.de zusammen, worum es in „The Shack“ geht:

„Macks jüngste Tochter Missie ist vor Jahren entführt und umgebracht worden. Ihre letzten Spuren hat man in einer Hütte im Wald gefunden, in deren Nähe die Familie auf einem Ausflug campierte. Jetzt erhält Mack eine Nachricht, die ihn in die eben diese Hütte einlädt, wo er an einem bemerkenswerten Wochenende Gott, Jesus und den Heiligen Geist persönlich trifft. In furiosen Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt Mack zu einem neuen Verständnis von Schöpfung und Christentum.“

Es ist ja schon Einiges über das Buch geschrieben worden (z.B.: damaris.org, pro-medienmagazin.de, christianitytoday.com). In christlichen Kreisen wird das Buch (natürlich…) kontrovers diskutiert, aber die Quintessenz scheint dennoch zu sein: Anregendes, intelligentes Buch, theologisch teilweise etwas gewagt, dennoch mit viel Gewinn zu lesen.

Aber es gibt natürlich auch andere Stimmen: Mark Driscoll etwa warnt regelrecht vor dem Buch. Seiner Meinung nach tritt es für Götzenanbetung und diverse Häresien ein. Ich habe mich fast ein bisschen amüsiert, als ich gesehen habe, wie vehement er sich gegen das Buch ausspricht.

Ich meine: Das Ganze ist schließlich erst einmal nur eine Erzählung, oder? In der „dran“ von August 2008 steht als Überschrift sehr schön „Märchenbuch ‚The Shack'“. Genau so sollte man das Buch erst mal sehen. Young hat schließlich weder versucht, eine Systematische Theologie zu verfassen, noch ein weiteres Buch an die Bibel dranzuhängen (Wer ihn selbst zu dem Thema hören / sehen will: marinerschurch.org oder auch die offizielle Seite zum Buch).

Zwar hat mich die Geschichte an sich nicht so vom Hocker gerissen – es gibt Bücher, die ich sehr viel spannender finde! Und die Dialoge sind streckenweise sehr lang, aber was Young da so an guten Gedanken verpackt, ist wirklich bemerkenswert! Im Prinzip ist das Buch ein Rundumschlag zu allen möglichen christlich-theologischen Themen: Warum lässt Gott Leid zu? Wie können wir die Beziehung zu Gott leben? Wie können wir Beziehungen zu unseren Mitmenschen leben – und dabei Vergebung empfangen bzw. gewähren? Und so weiter.

Mag sein, dass das theologisch manchmal nicht komplett einwandfrei ist. Und sicher muss man sich z.B. erst einmal daran gewöhnen, dass Gott, der Vater, als afroamerikanische, nicht gerade schlanke Frau namens „Papa“ dargestellt wird. Wer mit solchen Gedankengängen nicht klarkommt, für den wird es vermutlich schwer, von „The Shack“ zu profitieren.

Bin gespannt, wie sich die Sache hier in Deutschland ab Juni entwickelt… Vielleicht werde ich den Blogbeitrag dann noch mal hervorholen… 😉

12 Gedanken zu „Hüttenzauber“

  1. Ich lese es gerade. Rein literarisch oder stilistisch gesehen haut es mich auch nicht um, aber inhaltlich hat es Power.

  2. Auch ich lese das Buch gerade mit Spannung! Ich finde es beeindruckend, wie die Geschichte einem den Blick mal weiten und ins Nachdenken über unser „Schubladendenken“ bringen kann. Natürlich muss man sich bewusst sein, dass es sich um eine Geschichte und nicht um Gottes Wort handelt. Dennoch gibt es mir viel Power und auch Motivation, den dreieinigen Gott, an den ich schon lange glaube, viel besser kennenlernen zu wollen und ihm auch viel mehr zu Vertrauen.
    Also: absolut lesenswert!

  3. Was ich bisher über dieses Buch erfahren habe, macht mich sehr neugierig. Ich werde mir auf jeden Fall mindestens eins kaufen. Vielleicht aber auch 3. Eins für meine Freundin, eins für meine Eltern (wohnen knapp 600 km von mir entfernt) bleibt mir dann noch eins…
    🙂

  4. Nun ist die deutsche Ausgabe von The Shack draußen.
    Schau’n wir mal, welche „Erdbeben“ die Ausgabe hier in Deutschland auslöst.

  5. Ich lese mich gerade durch „alles“ (was ich finde) an Informationen im Netz zu diesem Buch. ERst freute ich mich, dass da weiter oben mindestens ein deutsches Magazin verlinkt ist – dann musste ich leider feststellen, dass der Link ins Leere läuft. Vielleicht findet sich ja noch was mehr und beim „wieder hoch holen“ werden entsprechende Links aktualisiert bzw. vervollständigt?

  6. Niemand redet davon, dass dieses Buch eine Systematik sein soll. Doch wenn ein Buch ganz offensichtlich ein unbiblisches Bild von Erlösung präsentiert und noch dazu ein unbiblisches Gottesbild, so ist es durchaus wichtig, es zu diskutieren und zu prüfen. Nicht überall wo christliche draufsteht ist auch christlich drin!

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