Mein erster Tolstoi

Neulich erstmalig was von Tolstoi gelesen: „Der Tod des Iwan Iljitsch“ (die Lizenzausgabe vom Brunnen-Verlag (2009)). Habe mich mit der Übersetzung allerdings etwas schwergetan – vielleicht, weil sie aus dem Jahr 1950 ist? Konnte damit jedenfalls nicht so richtig warm werden.

Zu Aufbau und Thematik:

„Tolstoi beschreibt das Leben und die darin zum Tragen kommenden Lebensansichten des Gerichtsangestellten Iwan Iljitsch Golowin und dessen vorzeitigen Tod im Alter von 45 Jahren. Dramatisch dicht dargestellt werden die Existenzangst, die Angst vor den Schmerzen im Tod sowie Machtlosigkeit und Ratlosigkeit des Menschen gegenüber dem sich im vorzeitigen Tod zeigenden Schicksal.“ (wikipedia)

Ansonsten: Das Ganze ist ja schon eine deprimierende Geschichte… Fühlte mich zwar (u.a. wegen des Sprachstils) nicht so recht nah dran am Geschehen, aber über folgende Dinge / Fragen hab‘ ich mir doch so meine Gedanken gemacht:

  • Wie gedankenlos bin ich manchmal angesichts des Leids meiner Mitmenschen? Iwan Iljitschs Kollegen und auch seine Familie scheinen sich ja nicht allzu viele ernsthafte Sorgen um ihn zu machen.
  • Wie lieblos kann auch ich sein? Der einzige Mensch, der Iwan Iljitsch Zuneigung entgegenbringt, ist sein Diener Gerasim – nicht seine Freunde und Familie.
  • Wie viele Menschen sind mit ihren Ängsten komplett allein? I.I. scheint niemanden zu haben, dem er sich wirklich anvertrauen kann und möchte.

Bisher hatte ich es nicht so mit russischen Schriftstellern, muss ich zugeben. „Schuld und Sühne“ von Dostojewski habe ich vor ein paar Jahren mal gelesen und erinnere mich vage, dass es mich irgendwie beeindruckt hat…

Irgendwelche Tipps von Eurer Seite?

2 Gedanken zu „Mein erster Tolstoi“

  1. „Wie der Stahl gehörtet wurde“ – Nikolai Ostrowski
    http://www.amazon.de/Stahl-geh%C3%A4rtet-wurde-Nikolai-Ostrowski/dp/389603197X
    Haben wir in der Schule lesen dürfen. Mir ist noch ein Zitat im Kopf:
    „Das Wertvollste, was der Mensch besitzt,
    ist das Leben.
    Er soll es so nutzen,
    dass ihm später sinnlos vertane Jahre
    nicht qualvoll gereuen.“

    „Peter der Erste“ – A.N. Tolstoi
    ein dickes, aber interessantes Buch, wie z.B. viele Handwerker und Musiker nach Petersburg geholt wurden, um die Kultur dort anzukurbeln.
    http://www.amazon.de/Peter-Erste-Historischer-Roman-Bde/dp/3746612349/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1238513253&sr=1-1

    Liebe Grüsse,
    Andy

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