Nektarios, Jonathan, Thomas & Co.

Meist läuft es doch so:
Irgendjemand erfährt, dass XY, der bei „Deutschland sucht den Superstar“ – oder einer ähnlich fürchterlichen Show 😉 – mitmacht, angeblich Christ ist. Dann stürzen sich die evangelikalen Medien auf das Gerücht. Sie versuchen, möglichst viel über die geistliche Temperatur der besagten Person zu erfahren. Ist der wirklich Christ? Einer von uns also?! Hat derjenige die Prüfung bestanden, wird er ratzfatz vor den Karren der christlichen Subkultur gespannt.

Ehrlich gesagt: Mich nervt das. Sicher – wir sollen die Gesellschaft, in der wir leben, entscheidend mitprägen. Salz und Licht und so. Deshalb ist es grundsätzlich mehr als wünschenswert, wenn Christen überall mitmischen. Aber dass darum (in der frommen Szene) oft gleich so ein Hype enstehen muss, ist mir zuwider. Brauchen wir christliche Promis, um uns besser zu fühlen? Und: Wer bin ich denn eigentlich, dass ich einem Promi, den ich kein bißchen kenne, bescheinigen könnte, ob er Christ ist oder nicht? Auf die Mehrheit der Zuschauer wirken solche „Quotenchristen“ außerdem eher seltsam bis peinlich.

Mir wäre lieb, wenn Christen durch Kreativität, Originalität und Ideenreichtum, durch gutes Handwerk und Ausschöpfung ihres gottgegebenen Talents – z.B. in Musik, Kunst und Literatur – von sich reden machen würden. Und eben nicht dadurch, dass sie von den christlichen Medien gepusht werden – bloß, weil sie Christen sind. Ich glaube, dadurch würden wir viel mehr Respekt von der sogenannten „säkularen Szene“ bekommen.

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