Das Baby in der Krippe – jetzt mit dt. Übersetzung ;-)

Ja, ich weiß: Falsche Jahreszeit. Obwohl im Supermarkt schon wieder Lebkuchen gesichtet worden sein soll… Wie auch immer, eigentlich geht’s hier jedenfalls nicht um Weihnachten, sondern um Bonos Antwort auf die Frage, wie er sich Gott vorstellt. Genauer gesagt: “What is your concept of God?”

Bono: “The idea that there is love and logic behind the universe is something I hold dear. The idea that it should express itself as a child born in shit-and-straw poverty is one that gives me a reason to get out of bed in the morning. It’s just mind-blowing to me. I came home once at Christmas, from tour, and I went to St. Patrick’s Cathedral to hear the boys’ choir sing the carol service. I was tired and I was just doing this romantic thing, not really thinking about it as an act of worship or anything. I was given a bad seat behind one of the pillars in this huge hall and I couldn’t really hear the words the choir was singing. So, to stop falling asleep, as I hadn’t been to bed in days, I concentrated on the sheet in front of me, and it really dawned on me how perfect it was that this thing we call God would chose to express itself as a child ‘born in a barn,’ as we say here in Dublin. That’s the most striking idea we have of God. I think that wherever you look for God you’ll still have to pass through that door of humility and that door of complete vulnerability that a child has. There are very few musicians who don’t believe in God.”

(Gefunden in “The Dubliner“)

Hier die deutsche Übersetzung (Ergänzung vom 18.9.):

“Die Vorstellung, dass das Universum von Liebe und Logik getragen ist, bedeutet mir sehr viel. Dass sich diese Liebe und Logik darin offenbart, dass ein Kind in eine Mist-und-Stroh-Armut hineingeboren wird, ist für mich ein Grund, morgens aufzustehen. Das haut mich einfach um. Einmal kam ich nach einer Tour zu Weihnachten nach Hause und ging in die St. Patrick’s-Kathedrale, um mir den Knabenchor und die Weihnachtslieder anzuhören. Ich war müde, irgendwie in dieser adventlichen, gefühlsduseligen Stimmung und dachte gar nicht an Anbetung oder sowas. Ich bekam einen schlechten Sitzplatz hinter einer Säule und konnte gar nicht genau verstehen, was der Chor da eigentlich singt. Um nicht einzuschlafen – ich war schon seit Tagen nicht mehr im Bett gewesen – konzentrierte ich mich auf den Zettel mit den Texten, und mir dämmerte plötzlich, wie perfekt es ist, dass das, was wir Gott nennen, entschieden hat, sich als Kind in einer Krippe zu offenbaren. Das ist die bemerkenswerteste Vorstellung von Gott, die wir haben. Ich glaube, wo auch immer man nach Gott sucht – man muss erst durch diese Tür der Demut und der totalen Verletzlichkeit eines Kindes hindurchgehen. Es gibt sehr wenige Musiker, die nicht an Gott glauben.“

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5 Kommentare

  1. Erstellt am 9. September 2009 um 16:00 | Permanent-Link

    Wir haben uns gestern beim Mittagessen auch ziemlich anregend filosofisch unterhalten, als der Älteste (10) die Frage stellte “Ist Gott eigentlich ein Lebewesen”? Was würdet ihr darauf antworten, die ihr hier lest?

  2. Erstellt am 10. September 2009 um 11:55 | Permanent-Link

    Wenn man sich diese Definition ansieht, wohl eher nicht… ;-)

    “Lebewesen lassen sich in der Biologie als physikalisch strukturierte materielle Systeme aus vorwiegend organisch-chemischen Stoffen beschreiben, die durch einen Satz von Merkmalen gekennzeichnet sind, die zur Lösung des ihnen unterstellten Überlebensproblems als notwendig erachtet werden.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Lebewesen#cite_note-0)

  3. Gänseblümchen
    Erstellt am 16. September 2009 um 10:05 | Permanent-Link

    Schade, den Text kann ich nicht lesen, weil er in englischer Sprache steht. Gibt es eine Übersetzung?

  4. Erstellt am 16. September 2009 um 11:30 | Permanent-Link

    Hallo Gänseblümchen,

    leider habe ich keine dt. Übersetzung davon gefunden. Ich kann versuchen, in den nächsten Tagen eine zu erstellen, kann aber nichts versprechen… Sorry!

    LG,
    Ilona

  5. Gänseblümchen
    Erstellt am 19. September 2009 um 20:33 | Permanent-Link

    Liebe Ilona,
    habe gerade die Übersetzung entdeckt.
    Vielen Dank für Deine Mühe!!!

    … interessant, interessant …

    Mich berührt Gott auch dann, wenn ich es so in dieser bestimmten Art und Weise überhaupt nicht vermute. Er springt eben doch über Mauern und kann uns immer erreichen, wo und wie wir auch sind! Nur manchmal muß ich auf solche Situationen ganz schön lange warten. Oder ich muß mehr lernen, die Augen, Ohren und vorallem das Herz bereit zu machen, damit ich IHN wahrnehmen kann. Ja das wird so sein.

    Nochmals vielen Dank für die Übersetzung!

    Tschüß und Alles Liebe, das Gänsebümchen (sorry)!

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    Ilona Mahel. * 1976 (Kevelaer). Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Online-Redakteurin. Freiberufliche Übersetzerin. Mag Musik (aktiv & passiv), Sprachen & Dialekte, frische Luft, Kino, Nordsee (Meer, nicht Restaurant ;-) ), Rotwein, Fußball, Katzen, Schreiben & Lesen und noch viel, viel mehr... ;-)

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