Kultur will erlöst werden

Quelle: photocase„Kultur ist böse – halten wir uns lieber davon fern!“ Ein bisschen plakativ formuliert ist das zwar, aber: Im Wesentlichen sind viele Christen doch von genau diesem Gedanken geprägt, oder nicht? Irgendwo muss es doch schließlich eine klare Trennlinie zwischen sakral und säkular geben – wie soll man sonst wissen, ob man (noch) auf der richtigen Seite steht? Oder?!

Keine Frage: Vieles, was wir in Film, Fernsehen, Internet oder sonst wo in der Medien- und Kulturwelt zu sehen bekommen, ist einfach Schrott. Oder schädlich. Vielleicht ist Manches auch wirklich böse. Aber deshalb gleich das Kind mit dem Bade ausschütten?

Jeder kennt die Sehnsucht danach, von etwas befreit zu werden, negative Erfahrungen in positive umzuwandeln oder mit schädlichen Gewohnheiten zu brechen. Anders gesagt: Die Welt – die ganze Schöpfung, wie die Bibel in Römer 8 sagt – sehnt sich nach Erlösung. Und Kultur enthält Elemente, die das widerspiegeln. Warum zum Beispiel mögen wir „Findet Nemo“ oder leiden bei „Braveheart“ mit? Weil wir Nemo und seinem Vater wünschen, endlich wieder vereint zu sein. Und weil wir wollen, dass William Wallace und seine schottischen Mitstreiter ihre Freiheit bekommen. Wie viele Bücher und Filme liefern ganz ähnliche Beispiele?
 
Paulus hatte dieses Prinzip auch schon verstanden, als er seine Briefe schrieb. Er bezog sich auf das, was seinen Zeitgenossen bekannt und wichtig war: Sportliche Wettkämpfe, griechische Götter und zeitgenössische Denker.
 
Ganz ähnlich können und sollten wir auch vorgehen. Es ist leicht, immer über das zu klagen, was alles falsch läuft auf der Welt, was schlecht und böse ist. Es ist auch leicht, immer mit dem Finger auf Andere zu zeigen und sie darauf hinzuweisen, wie und wo sie sich moralisch falsch verhalten. Weit kommt man mit dieser Taktik aber nicht.
 
Die Gute Nachricht, die wir bringen wollen, muss an das anknüpfen, was Menschen beschäftigt und bewegt. Die Ausdrucksformen unserer Kultur können Anknüpfungspunkte sein für das, was wir verkünden wollen: Eine Botschaft der Freiheit und des Neuanfangs.
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2 Kommentare

  1. Erstellt am 4. Juli 2008 um 07:40 | Permanent-Link

    die gedanken finde ich gut.
    vielen dank!

  2. Wolfgang
    Erstellt am 4. Juli 2008 um 13:06 | Permanent-Link

    Ich werde diesen Beitrag ( diese Adresse) ein paar meiner Brüder in der Gemeinde, zum lesen empfehlen. Ganz meiner Meinung.

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    Ilona Mahel. * 1976 (Kevelaer). Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Online-Redakteurin. Freiberufliche Übersetzerin. Mag Musik (aktiv & passiv), Sprachen & Dialekte, frische Luft, Kino, Nordsee (Meer, nicht Restaurant ;-) ), Rotwein, Fußball, Katzen, Schreiben & Lesen und noch viel, viel mehr... ;-)

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