Christen, die ergebenen Bewunderer der Popkultur

“Mit einer Geschwindigkeit, die sonst nur vom chinesischen Schwarzmarkt erreicht wird, produzieren christliche Verkäufer praktisch über Nacht von jedem säkularen Phänomen eine eigene Variante. Egal, ob es sich um ein neues Musikgenre, ein Diätprogramm oder einen Modetrend handelt, spätestens zu Weihnachten findet sich eine entsprechende Jesus-Version im christlichen Laden um die Ecke. Wenn Nachahmung die höchste Form der Schmeichelei ist, dann sind Christen die ergebensten Bewunderer der Popkultur.”

(Skye Jethani: The Divine Commodity. Discovering a Faith beyond Consumer Christianity.)

Veröffentlicht in Allgemein | Getagged , , , , , | 2 Kommentare

Nina Hagen: Bekenntnisse

Kürzlich hab’ ich endlich “Bekenntnisse” von Nina Hagen gelesen. (Lag hier ja nun wirklich schon lange genug ‘rum…)

In weiten Teilen strunzfromm! Könnte unsereins sich glatt ‘ne Scheibe von abschneiden. Komme trotzdem nicht klar mit der Art, wie sie sich in der Öffentlichkeit gibt. Ist das so ähnlich wie bei Alice Cooper, der ja sagt, seine Shows seien eben nur Entertainment?

Oder bin ich vielleicht einfach zu spießig und engstirnig, um in einem durchgeknallten Punk (Sorry, Nina!) (etwas von) Gott zu sehen?

Veröffentlicht in Musik | Getagged | 1 Kommentar

Künstler gesucht!

inno2012 – Innovationsforum für die Kirche von morgen” ist genau das – ein Forum für innovative Christen, christliche Projekte und Querdenker in Gemeinden und Landeskirchen. Und weil’s so innovativ ist, werden Künstler gesucht! Wer malt, fotografiert, dichtet oder sonstwie gestaltet (alles außer “Krach”) ist herzlich eingeladen, sich für die Kulturmeile anzumelden. Weitere Infos siehe Brief von Tobias Faix.

inno 2012” findet am 24. und 25. Januar 2012 in Stuttgart statt.

Veröffentlicht in Außer der Reihe | Getagged , , , , , , | Kommentieren

Schmerz und Trauer und Schönheit zusammenbringen

Habe in letzter Zeit an der Überarbeitung eines Vortrags von N.T. Wright gesessen und dabei folgende Gedanken gefunden, die mir sehr aus der Seele sprechen:

Wir brauchen eine biblische Theologie der Kunst und der Kultur. Diese fängt bei der Tatsache an, dass Gott in dieser Schöpfung wohnt. Wenn wir die Welt anschauen, wissen wir im Grunde unseres Herzens, dass es mehr gibt als das, was wir sehen und berühren können. Es gibt noch etwas Geheimnisvolles, Besonderes, das wir schwer in Worte fassen können. Und es war immer der Auftrag der Menschheit, die Schönheit der Welt zu feiern und sie durch ihre Kunst zu vergrößern.

Aber mit der Schönheit ist es wie mit der Gerechtigkeit – die Menschen bekommen es nicht hin. Unsere Kultur und unsere Ästhetik haben sich in zwei Richtungen entwickelt: Sentimentaliät und Brutalität. Kirchen sind insofern darin verwickelt, als wir manchmal gerne nur das Sentimentale sehen. Die sentimentale Seite sagt: Was für ein schöner Ort diese Welt doch ist! Und ignoriert dabei die Hässlichkeit und Gefahr dieser Welt. Und die brutale Seite sagt: Diese Welt ist grausam und gefährlich, und wir sagen es so, wie es ist.

Aber gibt es nicht noch einen anderen Weg? Die Gemeinde hat die Aufgabe, durch die Künste eine tiefere und reichere Wahrheit über die Welt auszusagen. Es ist unsere Aufgabe, die Schönheit der Schöpfung zu feiern! Eine authentische christliche Ästhetik sollte den ganzen Schmerz und die ganze Trauer dieser Welt aufnehmen und mit der Schönheit zusammenbringen, die in Gottes neuer Schöpfung durchbricht.

(N.T. Wright beim Studientag Gesellschaftstransformation in Marburg am 19. Februar 2011)

Veröffentlicht in Allgemein | Getagged , , , | 2 Kommentare

Why should the devil have all the good music?

Ein Samstag Vormittag. Eine Fußgängerzone.Vor dem großen Kaufhaus spielen ein paar ältere Herren Gassenhauser wie “Sag mir quando, sag mir wann” oder “Zucker im Kaffee”. Die kleine Kapelle aus Trompete, Akkordeon, Klarinette und Trommel macht ihre Sache sehr gut und sorgt so für eine beschwingte Stimmung im Einkaufstrubel.

Am anderen Ende der Fußgängerzone stehen ein paar junge Leute vor einem Brunnen. Die Mädchen tragen Röcke und lange Haare. Einer der Jungen spielt schrammelt auf einer Konzertgitarre. Dazu ertönt mehrstimmiger Gesang. Im näheren Umkreis der Gruppe stehen ein paar Mädchen und bieten den Passanten Traktate an.

Und ich denke: Schade…

Veröffentlicht in Musik | Getagged , , | 2 Kommentare

Konsumtempeldienst

Kleines Fundstück aus “The Divine Commodity” von Skye Jethani:
When I have a terrible need of — shall I say the word — religion, then I go out and paint the stars. (Vincent van Gogh)
Empfehlenswert in diesem Zusammenhang: Ein Blogbeitrag von Toby Faix, der zwei Gemälde – “Sternennacht” von van Gogh und “Starry Night Urban Sprawl” von Ron English – miteinander vergleicht.
Der amerikanische Künstler Ron English nahm vor einigen Jahren das Motiv von “Sternennacht” auf und veränderte es stark. Zwar ist das Grundmotiv weiter zu erkennen, aber das Bild wurde verändert, es wurde zu: “Starry Night Urban Sprawl”. Die Einheit wird zerstört, die Häuser verschwinden und werden durch Konsumgüter ersetzt und mit ihnen verschwindet auch das Licht. Das Licht in der Kirche ist nicht mehr das Licht Gottes, sondern ein strahlendes weißes Licht der Konsumgesellschaft: McDonald hat übernommen. Die Konsumgesellschaft ist an der Macht und frisst ihre Kinder. Die Ausbreitung und die Machtübernahme ist nicht mehr zu stoppen – Gott hat verloren, es herrscht eine neue Religion, der Konsum.
Natürlich ein gefundenes Fressen für einen Blog wie diesen. Und ganz meine Meinung… Natürlich hat Gott nicht verloren – so korrekt theologisch betrachtet. Aber dass Konsum die / eine neue Religion ist, finde ich offensichtlich. Und denke das z.B. oft, wenn ich in großen Einkaufszentren – man möchte sagen: Einkaufstempeln – bin.
Toby schreibt dann weiter:
Unsere Konsumgesellschaft hat längt die Macht übernommen und sich auch in das religiöse Leben eingeschlichen. Was leuchtet noch aus unseren Kirchen? Was aus unseren Häusern? Nach welchen Maßstäben leben wir? Beurteilen wir unsere Gottesdienste? Unser geistliches Leben? Sind wir nicht zu einer christliche Subkultur verkommen, statt eine Kontrastgesellschaft zu leben?
Und was meint Ihr so?
Veröffentlicht in Bildende Kunst & Fotografie | Getagged | Kommentieren
  • Wer schreibt denn hier?


    Ilona Mahel. * 1976 (Kevelaer). Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Online-Redakteurin. Freiberufliche Übersetzerin. Mag Musik (aktiv & passiv), Sprachen & Dialekte, frische Luft, Kino, Nordsee (Meer, nicht Restaurant ;-) ), Rotwein, Fußball, Katzen, Schreiben & Lesen und noch viel, viel mehr... ;-)

    "How can we sing the Lord's song in a strange land?"
    (Psalm 137, 4)

    Gott.
    Christentum.
    Kultur.


  • Schlagwörter

  • Archiv

    • 2012 (2)
    • 2011 (21)
    • 2010 (64)
    • 2009 (87)
    • 2008 (29)
  • Meta